Jüdischer Friedhof

Am 8. November 1820 beantragte die israelitische Kultusgemeinde beim Bürgermeisteramt Münchweiler am Glan in Steinbach einen eigenen Begräbnisplatz errichten zu dürfen. Die erforderlichen Mittel standen zur Verfügung, das entsprechende Gründstück war vorhanden. Die Genehmigung wurde erteilt  und 1826 der jüdische Friedhof nordöstlich von Steinbach angelegt.

Am 25. Mai 1857 schrieb der israelitische Synagogenverband, dass ein Teil der Umfassungsmauer des Begräbnisplatzes eingestürzt sei. Da die Juden in Steinbach ein Drittel der gemeindlichen Steuern aufbrachten, baten sie um entsprechende finanzielle Hilfe bei der Reparatur.

 

 

Aus einem Schreiben des israelitischen Synagogenverbands vom 4. Juni 1859 geht hervor, dass in Steinbach auch die Juden von Brücken, Börsborn und Waldmohr bestattet wurden. Im November 1859  teilte das Landkommissariat Homburg mit, dass die Juden nicht zu den Kosten am christlichen Begräbnisplatz herangezogen werden dürften. 1861 wurden schließlich die Reparaturkosten an der Mauer teilweise übernommen.

Im Jahre 1891 wurde der jüdische Begräbnisplatz erweitert. Diese Maßname wurde von der Gemeinde bezahlt. Die auswärtigen Juden mussten nun pro Grabstätte 15 Mark bezahlen. Darüber beschwerte man sich, jedoch ohne Erfolg.

 

 

Im Januar 1935 beschädigten Kinder einige Grabstätten auf diesem Begräbnisplatz. Der Schaden wurde auf 300 Mark geschätzt.

Bedingt durch die Emigration und Deportation der Mitglieder der jüdischen Gemeinde Steinbach am Glan lebten nach dem 2. Weltkrieg nur noch zwei Juden hier. Mit ihrem Tod fanden die letzten jüdischen Beerdigungen auf diesem Friedhof statt.

 

 

Seit 1979 wurde der Friedhof von unbekannten Tätern dreimal geschändet.

Der Friedhof ging nach dem 2. Weltkrieg an die israelitische Kultusgemeinde der Pfalz über und wird seitdem von der Ortsgemeinde gepflegt.

 


Quelle: Roland Paul, Westricher Heimatblätter 1989

Museum- und Friedhofsführungen werden nach Absprache gerne durchgeführt.